Full text: Evas Lehrjahre

,,Das klingt ja schrecklich,,, sagte Heinz besorgt; ,,was kann denn solch kleines Ding alles verüben? Ich bitte dich, Eva, schieße los, ich habe sonst keinen ruhigen Augenblick mehr, bis ich dich unter Polizeiaussicht gestellt sehe." ,,Ich zum Scherzen ist es nicht, du kannst gar nicht ernsthaft sein,,, sagte Eva vorwurfsvoll. ,,Doch, doch, du glaubst gar nicht, wie feiersich mir zumute ist,,, versicherte der Bruder, ,,aber nun quäle mich und dich nicht länger. Heraus mit der Sprache! Was hast du ausgefressen, wenn du den etwas herben Ausdruck gelten lassen willst?" ,,Kannst du denn gar nicht erraten, wie ich damals in den Wald kam?,, flüsterte Eva. ,,Na, das ist ja eine bekannte Sache, der dumme Schlingel, der Coco hatte sich aus dem Staub gemacht,, sagte Heinz verwundert. Eva schüttelte den Kopf. ,,So denken sie alle hier im Hause, bis auf den Herrn Oberförster, der die Wahrheit wohl kennt und dem ich nicht ins Gesicht sehen kann,, sagte sie leise, ,,es war ganz anders." ,,Na nun vorwärts, ohne Umschweife,, ermunterte Heinz. ,,Nur keine halben Bekennnisse; haßt du im Ärger den Vogel fortgesagt und bist ihm dann nachgelaufen, als dein Zorn vergangen war?" ,,Noch schlimmer,, sagte Eva, ,,o, ich will dir alles von Anfang an erzählen.`` Sie berichtete nun von den heimlichen Sendungen der Frau Hauptmann, dem ganzen Verlauf des Unglücksstages, ihrem Trost gegen die Frau Oberförster und Fräulein Sanna. ,,Da hast du es aber arg getrieben,, meinte Heinz. ,,Es kommt noch schlimmer,, fuhr Eva fort, ,,das alles haben sie mir vergeben, aber daß ich fortlaufen wollte, wissen sie nicht, denn ich konnte es nie gesehen, und der Gedanke an dieses Unrecht läßt mich nicht froh werden.`` Sie erzählte weiter und Heinz lauschte mit sehr ernstem Gesicht.