In der Frühe eines prachtvollen Sommermorgens erfolgte der Aufbruch; zuerst fuhr Schmidt die Gesellschaft ein Stück, nachher sollte es zu Fuß weiter gehen über Berg und Tal, durch Wald und Feld; am Abend des dritten Tages wollten sie wieder daheim sein. Ganna, die sich im geheimen vorgenommen hatte, bei Eva zurückzubleiben, mußte noch im letzten Augenblick den Wagen beiseiten, denn Eva wollte auf keinen Fall Gannas Zurückbleiben zugeben; auch erhob sich ein solches Zummern und Knöpfen unter den jungen Mädchen, daß dem nicht zu widerstehen war.
Das Kaffeln der Räder und die fröhlichen Stimmen der Abfahrenden waren verhältnis, noch immer stand Eva in der Tür des Forsthaufes und starre ihnen nach, wobei zwei schwere Tropfen langsam ihren Augen entstiegen. Sie hatte sich sehr stark und hebenhaft gezeigt, aber ach! in ihrem Innern sah es ganz anders aus, sie hatte selbst kaum geglaubt, daß sie sich so unglücklich und verlassen fühlen würde. Hektor, der in ähnlicher Stimmung sein mochte, betrachtete sie mit seinen fluglis, treuen Augen und schob seine kalte Nase freundlich lang in ihre Hand; sie streichelte ihn, da hatte sie doch wenigstens ein lebendiges, mitsühlendes Wesen, und oben aus ihrem Zimmer platterte ihr Coco entgegen, schnießte sich dicht an sie und rief unter vielen zärtlichen Küschen ihren Namen. Aber viel halfen die tierischen Freunde ihr doch nicht, sie konnte sich noch mehr beherrschen, und so warf sie sich auf das Ruhbett und brach in lautesten Weinen aus.
Wie langsam und öde schlichen die Stunden dahin, und das sollte sie drei Tage lang ertragen! Nein, es war unmöglich, davon mußte sie krank werden, sie fühlte schon jetzt allerlei schlechte Zeichen. Woran hatte sie auch so gutmütig, nein, so unglücklich gehaftelt, und wie konnten die anderen so grausam und hartherzig sein und die Opfer annehmen! Alle schlimmen Geister in Evas Brust erwachten, und die guten vermochten nicht gegen die wilden Gesellen anzukämpfen. Rike steckte den Kopf zur Tür herein und fragte, wann sie dem Tisch für das Friehlein