Tafel sollte einladend aussehen. Da stand der ihrer Obhut an-
vertraute Schlüsselschrank, und zwar die Schätze des
Hauses waren somit in ihrer Verfü gung. Sie griff nach dem
Körbchen, hing es sich an ihren Arm, und folgte zum Wäscheschrank,
zu einem Gebäude daraus zu wählen. Zu wie musterhafter Ordnung
lagen hier die Vorräte des blütenweißen Leinens, alles so sorg-
fältig genau aufgeschichtet, mit farbigen, geschenken Bändern
zusammengebunden, jedes Brett zeigte eine schöne gearbeitete Spitz
und darüber stand ein hübscher, gestickter Spruch. Man scheute
sich ordentlich, etwas herauszuzeigen, man musste aber wirklich
Freude machen, alles so überzichtlich und künstlich zu ordnen.
Erst neulich hatte Eva über Elga und Lotte gespottet, wie die
frisch gewaschenen Stücke sorgsam ausgesucht und eingereiht hatten;
heute war sie vorerst vergnügt und gestattete sich, daß sie einst
tannte auch die Vorratskammer so hübsch einrichten werde.
Das große Spind daneben barg in seinen vielen Fächen das
nicht regelmäßig genützte bei den Damen gerne enthalten.
Eva ergötzte sich auch hieran, wie stand alles so gut und hübsch bereit, nach
zahl und Größe geordnet, und war es schon schöne Sachen handelsgeblieben,
die man am besten doch länger hier behalten konnte.
Dann wurde eines dieser Gäste geschickt gehalten,
was dieser Erinnerung ganz durchgeführt, Herr und die Tafel,
sich selbst zu ihr zu Gast geladen, wurden von ihr reichlich be-
dacht, dann machte sie ihnen die Gemeinschaft noch einen kleinen
Stägigang, freute sich über den schönen Abend und den klaren
Mondschein und füllte ihn Geist die Reisegesellschaft auf, die bei
dem reichlichen Wetter alles sehr genießen konnte.
Längst hatte sie sich vor der Nacht sehr gefürchtet, Rike
sollte zwar die Nacht schlafen, aber der Gedanke, daß Fraulein
Sanas Zimmer blieb, war doch gar zu schrecklich, und
würde ihm gewiß die Schlummer verscheuchen. Prägender und un-
gern suchte sie ihr Bett auf, mit dem Jubelgaben bemähtigten
sich ja stets die schlimmen Spukgestalten ihrer Einbildung und