Keine feine Streifen, wie es ihr die alte Köchin gezeigt hatte, und nun kam der große Moment, wo das Spiecken begann. Es sah ganz leicht aus, wie Jette das so schnell und zierlich machte, und Eva zitterte ordentlich vor Verlangen, es selbst zu tun; allein es war doch ziemlich schwierig, und die hübschen geraden Reihen brachte sie nicht zustande; ja, als sie sich ärgerte und nicht mehr recht hinbliebte, weil es ihr doch nicht gelang, stach sie sich mit der Spießnadel tüchtig in den Finger. Es tat ihr recht weh und blutete stark, und Jette mußte Eva einen Leimbandstreifen um die Wunde binden. Das Allernunangenehmste dabei war aber, daß gerade der Herr Pfarrer mit dem Hilfsprediger am Küchenfenster vorbei ging, daß beide nach der Küche hineinnisteten und Eva lächelnd über ihr Unglück trösteten.
Es fehlte nicht viel, so hätte Eva die Geduld verloren, sich von dem Braten losgelöst und alle ihre Pläne aufgegeben; doch nein, das durfte nicht geschehen; sie bezwang sich, wurde ruhiger und versuchte ihre Geschicklichkeit von neuem; jetzt gelang es viel besser; Jette lobte Eva und diese sah mit Vergnügen, wie hübsch und anscheinend sich der Braten unter ihren Händen gestaltete.
"Wenn man ihn nur roh genießen könnte!" feixte sie. "Ich glaube, es ist gesünder und naturgemäß."
"Aber Fräulein Ewchen, wir sind doch hier keine Menschenfresser!" rief die entsetzte Jette aus. "Tut man so etwas bei Ihnen in Berlin?"
"Leider nicht, liebe Jette," beruhigte sie Eva; "ich wünschte es auch nur, weil ich mich vor dem Braten der Nase so fürchte. Sehen Sie, da habe ich Papier und Bleistift mitgebracht. Also nun diktiere Sie, sonst behalte ich es nicht. Der Bratofen muß tüchtig gebeizt sein, dann kommt der Braten in die Sahne, man gießt Wasser drauf und gibt zuletzt Butter zu."
"Am Himmelswillen, da stehen einem ja die Haare zu Berge!" schrie Jette. "Wie können Sie nur solchen Unsinn reden, Fräulein Ewchen."
"Ich dachte, es wäre richtig," meinte Eva mutlos, "ich