für den es hieß: „Er bekäme ein Päckchen Pastorentabak, hätt’ er nur erst die Pfarre im Sac.“
„Das kann nur Heinz sein!“ hieß es einstimmtig, und alle seine Versicherungen, daß er sich wohl „Apollo“ genannt habe, aber doch nur im Hinblick auf die ihn hier umgebenden Museen, nicht aber im Bewußtsein hoher dichterischer Begabung, wie sie sich in diesem wunderbaren Zufallsschicksal ausprägen, belauten ihm nichts; ganz zuletzt, als das Päckchen schon recht klein geworden, da lautete die Aufforderung an ihn selbst, und nun zog er aus unzähligen Einbildungen die Hauptsache heraus: Einen schönen, schwarzen Schnurrbart, einen brauen Vackenbart und einen riesigen langen, weissen Kinnbart, und dabei stand: „Wer so seine drei Härchen mit Sorgen gepflegt, verdient, daß die Zukunft auf Hinter sie legt. Aus jedem ist ein schöner Bart dir geworden, trag’ sie, so ziehen dich mehr noch als Orden.“
Es gab ein schallendes Gelächter, in das Heinz, der zuerst verblüfft dreingeschaut, herzhaft mit einstimmt; Schmidt, der mit stolzem Selbstbewußtsein an die Herreitschaft sich betrachtete, stürzte Eva in einem unbewachten Augenblick zu: „Habe ich es nicht gut gemacht, Fräulein Evchen? Die junge Herr hat’s nicht bemerkt, als ich ihm bei dem Ding noch, daß er selbst auch sein Teil bekam.“
„Sie sind ein Hauptfeuer, Schmidt,“ sagte Eva anerkennd, und Schmidt freute sich über das kräftige Lob.
Der Abend verging glücklich und froh, und als man sich endlich trennte, waren alle hochbesoffen. Pastor Willig hatte Lieschen ganz besonders im Auge gesetzt; ihre unschuldige Freude über das geschmorte Kleid, ihr ganzes bescheidenes Wesen widersprach dem harten Urteil, das er erst über sie wegen des Verkaufs des Ringes gefällt. Für sich selbst hatte sie ihm gewiß nicht verkaufen. Sie war so still und anspruchslos, daß man sie leicht überfuhr; erst durch jenen Vorfall war sein sprürenden Blick auf sie gelenkt worden, und nun fand er nur Herzensgüte und Selbstlosigkeit.