„Aber ohne Tänzer ist ein Tänzchen erst recht kein Vergnügen, ich könnte leicht welche besorgen,” da war er für kurze Zeit Hahn im Korbe.
„Da bin ich erstens selber,” zählte er nun her; „beim Schottisch merkt man es kaum, daß ich hinge; mein Schwiegervater ist noch ein stattlicher Greis, und außerdem kann ich den Amtsrichter Kühn mitbringen, der ist jetzt zum drittenmal Witwer und hat zehn Kinder; die ältesten hatten schon Tanzstunde und da hat er was mitgelernt; auch der invalide Obersleutnant ist nicht zu verachten.”
Die jungen Mädchen wandten sich schmollend ab; der lustige alte Herr aber zwinkerte der Frau Obersförster zu und fragte sie heimlich um Erlaubnis, ob er nicht seine beiden Neffen, muntere Gymnasiaoten, mitbringen dürfe; auch einen jungen Studenten habe er auf Lager, der sein Tanzbein gut schwingen.
„Bringen Sie Sie nur her, lieber Damen, sie sollen uns herzlich willkommen sein,” sagte die Frau Obersförster, denn sie freute sich auf die hübsche Überraschung für ihre tanzlustige Jugend.
Die Obersförsterin hatte viel Arbeit von den Vorbereitungen, und das Überlegen mit Sanna nahm kein Ende. Da war heute früh ein Brief von Sir Gräfin Neldau an sie gekommen. Die Frau Gräfin suchte eine junge Person aus guten Familien und mit guter Erziehung, die auch tüchtiges im Haushalt leiste; sie folle die Dame auf Spazierfahrten und Gängen manchmal begleiten, den Tee servieren, die Wäsche und das Silber beaufsichtigen, die Brotreste herausgeben, den Köchin beim Einhutschen der Früchte oder bei der Bereitung seiner Geschäfte helfen, der Gräfin vorlesen und noch manche Obliegenheiten erfüllen, die sich nicht einzeln aufzählen ließen. Der Ruf der Frau Obersförster als vorzügliche Hausfrau und ihre Erfolge in der Ausbildung junger Mädchen seien weit und breit bekannt, und so wende sich die Gräfin unbekannterweise, aber vertrauensvoll an sie.
Das Gehalt war recht hoch festgesetzt.
„Was meinst du zu dem Vorschlage, Sanna?” fragte die Hausfrau ihre Tochter.