gnügen, das sie sich von der Reise versprochen hatten, wurde ihnen im reichsten Maße zuteil. Natürlich bildete die Verlobung oft den Stoff der Unterhaltung, und daran knüpfte sich die Frage nach dem Zeitpunkt der Hochzeit.
"Ganz genau habe ich ihn noch nicht festgezogen," erklärte Heinz mit wichtiger Miene, "aber jedenfalls heiraten wir bald."
"Haben Sie sich denn auch schon zu dem wichtigen Schritt entschlossen?" fragte die mutwillige Kathi, "darf man sich nach den näheren Umständen erkundigen?"
"Noch nicht," antwortete Heinz mit einem tiefen Seufzer und sah sie dabei schweinmutig an; "zwei Hindernisse sind für mich noch zu überwinden: Unser Direktor hat leider eine Ablehnung gegen verheiratete Primaner; außerdem herrschen in meinem Herzen auch zwei Huldgestalten, ich darf ihre Namen nicht verraten, aber sie springen auf Ä und an; beide auf einmal kann ich doch nicht nehmen."
"Vielleicht auch nimmt Sie keine von beiden," entgegnete Marie schnippisch, was Heinz mit einem tiefen Seufzer beantwortete.
"Da ich mich also nicht aktiv beteiligen kann," fuhr Heinz fort, "so werde ich es mehr passiv tun; aber ich habe dem Pastor gleich erklärt, daß er meine Einwilligung zu seiner Wahl nur erhält, wenn ich persönlich der Hochzeit bewohnen kann, und das geht nur in den Ferien, folglich zu Michaelis."
"Aber in diesem Herbst schon? Das wäre doch gar zu schnell," warf Kathi ein.
"Warum? Das Haus ist bereits, der Pfarrer wünscht sich eine kleine Frau hinein," sagte Eva; "Sie scheuen sträubte sich noch ein wenig; wird aber wohl einwilligen; mit der Aussteuer gibt's nicht allzuviel zu tun, im übrigen, wir helfen Lieschen gern; wenn erst die alte Frau Erbst gesucht, dann sind eigentlich ja alle Schwierigkeiten geboren."
"Dann müssen wir ohne Verzug an die Geschenke und unsern Hochzeitsstaat denken," jubelte Kathi; "ach, wie sehr hätte ich es mir immer gewünscht, Brautjungfer zu sein, und nun geht das in Erfüllung. Es muß reisend sein."