„Ein anderes Mal, mein liebes Kind,“ sagte der Bauemeister sehr freundlich, aber so bestimmt, daß Eva fühlte, es gäbe keine Hoffnung mehr. „Ich halte es nicht gut für dich, wie ich schon sagte. Willst du nicht bei dem schönen Wetter eine Spazierfahrt mit der Frau Hauptmann machen? Oder willst du dir einige Freundinnen einladen? Wir wollen gern für deine Unterhaltung sorgen!"
„Das mag ich alles nicht,“ rief Eva ungestüm aus, „ich habe keine Freundinnen, die dummen Dinger ärgern mich nur; wenn mir das einzige Vergnügen, das ich gern habe, versagt wird, will ich nichts hören und sehen."
Damit sprang sie auf und lief hinaus, um sich in ihrem Zimmer auf das Ruhebett zu werfen und in lebensschaffendes Weinen auszubrechen. Sie kam sich sehr unglücklich vor; der Papa war doch recht hart gegen sie. Wenn sie ihren Willen nicht ausführen konnte, dann war ihr alles gleichgültig. Warum sollte denn nicht geschehen, was sie gern wollte? Sie sprang auf, stampfte mit den Füßen und ballte die Fäuste. Als sie sich wieder auf das Sofa geworfen hatte und ihr die Tischdecke das Gesicht streifte, riß sie daran mit ungestümer Lebensschafflichkeit, bis solche mit einem dem Tabletth an der Erde lag; Wassersäcke und Gläser, die darauf gestanden, zerbrachen flirrend im Scherben. Minna und die Köchin stürzten aus der Küche herbei, die Frau Hauptmann aus dem Zimmer.
„Na, aber so was!“ rief Minna, wie schon oftmals aus. „Wenn da nicht was drauf gehört!“ meinte die Köchin, indem sie sich anschickte, die Glassplitter vorsichtig aufzusuchen.
„Liebe Eva, ich bitte Sie, beruhigen Sie sich,“ bat die Frau Hauptmann mit gerungenen Händen; „ach, wie haben Sie mich erschreckt! Was würde Ihr Papa sagen! Ein Glück, daß er in seinem Zimmer ist, bis wohin der Lärm nicht dringt!"
„Meinetwegen kann es Papa hören, er ist an allem schuld,“ rief Eva trostig aus, „ich möchte, die ganze Welt ginge in Trümmer.“ Damit begann sie von neuem ihr heftiges Weinen. Frau Hauptmann Fischer war ratlos; was sollte sie mit