„So sieht sie auch aus,“ sagte Frau Robert, „wie konnte sie bei solcher Erziehung Saft und Märk gewinnen?"
„Na, wir machen doch noch eine deutsche Eiche aus ihr,“ scherzte der Obersförster.
„Auch nicht so wie wir,“ behauptete seine Frau.
„Aber Ewa würde sich nie gewöhnen, wenn man ihr anders entgegen trete,“ sagte der Baumeister, „sie kann so eigenständig sein, und wenn man ihr nicht ihren Wille lässt, ist gar nichts mit ihr anzufangen."
„Berühren Sie sich, Herr Baumeister,“ sagte Carla mit ihrem gewinnenden Lächeln, „wir werden schon das Richtige treffen. Nicht wahr, Mama, wir machen es wie die Sonne und wie der Sturm, die den Wanderer den Mantel entreißen wollten; langsam und unmerklich wird sich alles finden."
Unterdessen waren die jungen Mädchen mit Ewa in deren Zimmer gegangen, dort hatten ihnen schnell die Beschämung abgestreift; sie standen mit ihr vor Coco, der noch immer sehr gesprächig in seinem Vaer war und seine Herrin mit gerechter Stolz über seine Leistungen, die solche Bewunderung erregten, erfüllte.
„Er ist ein Geschenk von meinem Bruder,“ sagte Ewa.
„Also haben Sie noch einen Bruder?“ fragte Kathe.
„Ja wohl, und was für einen!“ sagte Eva stolz, „Heinz heißt er, er ist der beste Junge auf der ganzen Welt."
„Ich habe vier Brüder,“ berichtete Kathe, „manchmal erlebe ich Freude an ihnen, oft machen sie mir Verbrühe. So ganz ist die Sorte nie zu trauen. Dann habe ich noch drei Schwester."
„Schrecklich viel,“ meinte Ewa teilnehmend; „das denke ich mir nicht sehr angenehm; ich glaube, der einzelne kommt nicht genug zu seinem Recht."
„O, so ist es noch,“ rief Kathe eifrig; „meine Eltern haben Liebe genug für noch so viele Kinder, und Raum ist im Pfarrhaus auch; nur verwöhnt wird keins von uns, das schadet auch nichts.“