in Ordnung brachte, und Eva folgte ihren anmutigen Bewegungen, bis Sanna das Licht verlösste, sie nochmals küßte und hinausging. Dann faltete Eva die Hände und betete für sich, für den Papa und Heinz, und daß Fräulein Sanna sie so liebgewinnen möchte, wie sie dieselbe schon hatte. Dann schlief sie ein und schlummerte so ruhig und friedlich, daß sie sich des Morgens vergebens auf einen Traum befann.
Fünftes Kapitel.
Der erste Tag.
Der Herr Kalkulator war zwar dafür bekannt, daß er sehr schwer aus dem Bett finden konnte, heute überwog jedoch die Freude am Neuen, und so schlüpfte das kleine, runde Kindchen schnell in seine Pantoffeln und lief zu Eva hinüber, um ihr zu verkünden, daß es bald siechs Uhr und Zeit zum Aufführen sei. Diese erklang sich höchst ungnädig, brummte und knurrte allerlei Unverständlicheres und drehte sich ohne Umstände nach der Wand zu. Marie ließ sich nicht so leicht abbrechen und setzte ihre Versuche fort; endlich gelang es ihr, Eva zum Bewußtsein der veränderten Lage zu bringen.
„Gut, gut,“ sagte die mürrisch, „ich dachte, Minna stehe vor mir. Ihr habt hier greuliche Sitten. Welcher anständige Mensch steht mit den Füßen auf!“
„Dann bleib‘ liegen,“ sagte Marie kurz gefaßt.
„Das will ich auch nicht,“ antwortete Eva verdrießlich und gähnte wie ein Löwe.
Marie gesell Evas Benehmen nicht sonderlich; sie machte sich davon und lieferte eine Beschreibung ihres Empfanges, die nicht sehr vorteilhaft für Eva war.
„Mich soll nur wundern, ob sie aufführen wird,“ sagte Käthe.
„Das Haar kann sie sich nicht selbst machen, das hat sie