auf ihrem Rücken umher, gab ihr viele Küsse und rief zärtlich ihren Namen. Als die Frau Oberförster ins Zimmer sah, ging es ganz vergnügt zu und die drei Mädchen waren emsig bei der Arbeit, so daß sie nach einigen freundlichen Bemerkungen weitergingen, ohne etwas von Eva's neuerlicher Sinne zu ahnen.
Nach Tische hattten die jungen Mädchen ihre Handarbeiten und saßen damit unter der Linde; Mademoiselle Dubois, die Meisterin auf diesem Gebiete war, half ihnen mit Rat und Tat und hielt streng darauf, daß die Unterhaltung in französischer Sprache geführt wurde. Entschuldigungen ließ sie nicht gelten. „Sprichst du jetzt Deutsch? den ganze Takt, so sprechen Sie nicht jetzt französisch!“ sagte sie zum Beginn, und dann war das Deutsche verbannet und jede Entschuldigung abgeschnitten. Aus dem Sprachzwang erwuchs Eva keine Schwierigkeit, denn sie beherrschte Englisch und Französisch ziemlich gut; aber Handarbeiten waren ihr von jeher sehr gut, und außer zu dem einfachsten Kreuzstich hatte sie kaum je ihre Nadel zu etwas gebracht, denn aus ärztliches Zeugnis hin war sie in der Schule von diesen Stunden befreit gewesen.
„Mais mon dieu, comme vous êtes maladroite!“ feußte Mademoiselle in heller Zorneszischung; es dauerte nicht lange, so warf die ungeduldige Schülerin die Arbeit ganz fort und erklärte sich „pas disposée pour les travaux manuels.“
Mademoiselle ging zu Fräulein Sanna, um sich Rat zu holen, so etwas war ihr in ihrer dreißigjährigen Laufbahn noch nicht vorgekommen. Das Fräulein vertröstete sie auf die alles bessernde Zeit und bat sie Geduld zu haben, es würde sich schon langsam machen, es sei eben ein ganz absonderlicher Fall.
„Mais quel exemple!“ klagte Mademoiselle. „Es sei frecklich pour la discipline. Sie werden sein alle verboden und du alle Mühe für l'éducation de jungen Mädchen!“
„Dazu halte ich unsere Mädchen für zu vernünftig,“ tröstete Sanna, „ich hoffe im Gegenteil, sie werden uns in ihren Bemühungen unterstützen, und statt sich durch Eva von der rechten Bahn ablenken zu lassen, werden sie dazu beitragen, sie allmählich von..."